Sep 24 2008
Erlebnisse einer Wahlkarte zur Nationalratswahl
Nachdem wir heute für ein paar Tage nach Amsterdam und dann an die Nordsee zum Robben-Schauen fliegen, haben wir uns vor knapp 2 Wochen Wahlkarten besorgt – diese Einrichtung ist neu und grundsätzlich in der Idee wirklich toll – wenn man am Wahlsonntag im Ausland ist oder verhindert oder was auch immer, kann man sich eine solche Wahlkarte besorgen und gleich vorab schon wählen und ab damit ins Kuvert und auf die Post gebracht und schon hat man die Nationalratswahl erledigt…..
Vorab sei ausdrücklich gesagt, dass die Beantragung der Karte wirklich spitze funktioniert hat – also ein Mail an das Magistrat (Info auf wien.at einfach und halbwegs rasch zu finden) – und eine Woche später war die Karte via Postzustellung da – also wirklich gewaltiges Service – gratuliere!!!
Und dann haben wir letzten Sonntag zu unserem Wahlsonntag gemacht – haben uns hingesetzt und alles ausgefüllt – und dann rein ins Kuvert – und – plötzlich Erstaunen: außen auf dem Kuvert steht doch wirklich mein Name, meine Unterschrift, wann & wo ich gewählt hab und alle Personaldaten noch dazu – und drinnen ist mein Wahlzettel – und draußen steht groß: WAHLKARTE……
So, nun waren wir doch ein wenig verdutzt – nicht, dass ich grundsätzlich an das Böse glaube und weiters hab ich kein Problem damit, mein politisches Denken öffentlich preiszugeben – aber grundsätzlich kann doch jeder, der an meine Wahlkarte kann, genau sehen was ich nun wähle, wenn der das Kuvert einfach öffnet – warum kann das Außenkuvert nicht anonymisiert sein und die Daten erst nach dem Öffnen beim Magistratsamt für die WahlhelferInnen sichtbar sein????
Naja – das hat mich also so stutzig gemacht, dass ich beschlossen hab, die Wahlkarten einfach persönlich am Magistratsamt abzugeben – weil dann sind die schon wo diese hingehören und kein Postweg und keine Gefahr und was weiß ich was noch alles nicht…..
Stehe ich also heute dort beim Infostand und da sagt mir die nette Frau: ‘das Abgeben geht aber nicht, die Kuverts müssen frankiert und von der Post abgestempelt sein – könnens die Karten ja nochmals in ein Kuvert stecken und dieses beschriften…..’
Tja – ich hatte es mir ja schon beinahe gedacht – wäre zu einfach gewesen – aber einen Versuch war es wert – daraufhin habe ich beschlossen, nun bedingungslos an das Gute im Menschen zu glauben und alle Verschwörungstheorien über Bord zu werfen (Zeit war auch schon knapp) und hab die Karten beim gegenüberliegenden Postamt aufgegeben (aufgeben könnte hier doppeldeutig interpretiert werden ;-) – frankiert mit 0,75 Eurocent pro Kuvert, damit die Dinger aber auch garantiert auf der anderen Straßenseite ankommen…..
Dies also die Erlebnisse (m)einer Wahlkarte zur Nationalratswahl 2008 in Österreich – gute Idde – nur die Ausführung könnte man doch ein bisserl verbessern…..zumindest bis Carla wählen darf werdens das vielleicht sogar schaffen ;-)
Keep smiling & ein hoffentlich halbwegs annehmbares Wahlergebnis!
Martin
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